Studium I

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Immer wieder kommt es im Universitätsbereich zu Auseinandersetzungen über die politischen Haltungen einzelner Studierender. In den letzten Jahren gab es Kontroversen um Protestaktionen, die sich explizit gegen Studierende wandten, die sich in rechtspopulistischen bzw. rechtsextremen Zusammenhängen betätigten. Die Spannweite der Proteste reichte von an der Universität Bremen[7] verbreiteten Plakaten mit dem Foto einer Studierenden, bis hin zur Unterbrechung von Lehrveranstaltungen, um auf die Präsenz rechtsextremer Studierender hinzuweisen[8]. Zugleich sind Vorfälle dokumentiert, in denen Mitglieder der sogenannten Identitären oder Aktivist/innen anderer rechtsextremer Zusammenhänge versuchten, Lehrveranstaltungen als Bühne oder Werbeplattform für ihre politischen Haltungen zu nutzen. In vielen Fällen führten die Aktionen zu Kontroversen innerhalb der Universität – sehr oft zwischen Studierendengruppen und den Hochschulleitungen – über die Frage, inwieweit es legitim und geboten wäre, Studierenden aus rechtsextremen Zusammenhängen aktiv entgegenzutreten.[9]

Es handelt sich bei dieser Frage um relativ dicht vermintes Gelände. Dies vor allem, wenn man in den weiteren Betrachtungskreis auch andere Werthaltungen und ethische Positionierungen aufnimmt, insbesondere wenn diese religiöser Natur sind. Im Gegensatz zu den angestellten Mitarbeiterinnen – sehr häufig im Beamt/innenstatus – unterliegen Studierende relativ wenigen Verpflichtungen gegenüber ihrer Universität und es scheint fragwürdig, inwieweit es geboten wäre, diesen Rahmen zu verengen.

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